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Corsa della Bora

Herausgegeben von in Läufe ·
Tags: LacorsadellaBora
        
Corsa della Bora Half Trail

 
Ein Lauf am 6. Januar ? Perfekt, um die ganzen zu vielen Kalorien der Feiertage zu vernichten. So früh im Jahr waren wir noch nie am Start. Aber das Paket klingt perfekt. Im Bus von München ab. Übernachtung in Triest. Am nächsten Tag der Lauf und am übernächsten wieder zurück. Da bleibt noch genügend Zeit etwas von der Hafenstadt mit K und K Vergangenheit zu erleben.

 
Neben einem Walking Event werden noch 8k, 21k 57k und extreme 165k angeboten. Wir entscheiden uns auch wegen Triest für die 21.

 
Jetzt stehen wir also am Freitag vor 3-König in München am Olympiastadion und suchen den angegebenen Treffpunkt. Das ist gar nicht so einfach und letztendlich muss uns googlemaps dabei helfen. Nur – an dem Treffpunkt ist ausser 2 weiteren Läufern niemand. Super…

 
Nach etwas Telefoniererei stellt sich heraus, dass der Bus wohl doch an einer anderen Stelle abfährt. Auf dem Weg dahin treffen wir noch Denis , Dippi und Gerald. Gut, wenn so viele noch auf der Suche nach dem Bus sind wird er schon noch auf uns warten.

 
Die Fahrt selber verläuft total entspannt und ruhig. Bis auf die Einfahrt nach Triest. Wir fahren insgesamt 4 Stationen an, um Mitfahrer abzugeben. Gleich bei der ersten stecken wir mehr oder weniger im Gewirr der engen Dorfstrassen fest. Es dauert eine ganze Weile, bis unser Fahrer den Bus wieder herausmanövrieren kann und wir weiter können.  

 
An der nächsten Haltestelle werden die Startbeutel verteilt. Tolle Idee. Das zumindest funktioniert super. Wir steigen ganz zum Schluß mitten in Triest aus. 30 Meter noch zu unserer Unterkunft.  
Die ist schon orginell. Eine sehr unscheinbare Seitenstrasse beherbergt ein Bed&Breakfast. Wir öffnen die Haustüre via Telefonanruf und stehen in einem alten geräumigen, aber etwas heruntergekommenen Treppenhaus. Sämtliche Heizleitungen sind offen verlegt. Im Eck hängt ein Kabelbündel. Sehr vertrauenswürdig scheint das nicht zu sein. Dazu noch direkt hinter dem Bahnhof. Da kommen schon zweideutige Assoziationen hoch. Die Pension befindet sich im ersten Stock. Den Schlüssel zum Zimmer wiederum gibt es per PIN-Code im Automaten. Das Zimmer selber ist sehr sauber und modern eingerichtet. Also doch keine Stundenhotel, das wir versehentlich über‘s Internet gebucht haben.

 
Samstag.  
Wir shutteln mit dem Bus zum Start. Idealerweise direkt um die Ecke. Es geht ein Stück den Hügel hoch. Am Start geniessen wir einen frisch gebrühten echten italienischen Cafe und freuen uns auf den Start gegen halb zwölf.  
Um uns herum viele Läufer mit Mütze, Handschuhen und vor allem dicken Regenjacken. Ich überlege mir, ob ich im T-Shirt laufe. Es ist ein Scirocco und kein Bora Tag. 15 Grad, hohe Luftfeuchtigkeit und warmer Wind von Süden. Definitiv T-Shirt!  
Gleich vom Start weg biegen wir auf einen schmalen Weg ein, Stau! Ich versuche neben dem Weg zu überholen. Keine gute Idee. Grobe Steine versteckt in hohem Gras. Ich will mir ja nicht gleich zu Beginn alle Knochen brechen. Ziemlich bald sind wir auf einem richtigen Trail. Das heisst wieder Stau! Nur selten lässt das Gelände ein sicheres Überholen zu. Vor allem bergab könnte ich deutlich zügiger laufen. Aber wir stecken in einem langen Lindwurm fest.  



 
Ich war die ganze Zeit noch hin- und hergerissen zwischen einfach loslaufen oder Barbara zu begleiten. Für sie ist es der erste Lauf nach einer OP. Ich entscheide mich für die Begleitung. Also ganz easy. Entspann Dich und reih dich hier einfach ein. Ich achte darauf, dass Barbara immer in Sichtweite ist und überhole nur noch an wirklich guten Stellen.  
Bereits bei Km 5 kommen wir an die erste Verpflegung. Alle langen Strecken werden hier auch vorbei kommen, deshalb gibt es schon hier das volle Programm. Brühe, Tee, Wasser, Cola, Schinken, Käse, was auch immer!  
Barbara entschliesst sich, sich umzuziehen. Ich bin eigentlich auch im Wettkampf sehr entspannt und nur selten wirklich kompetitiv unterwegs. Aber zuzusehen, wie 40 bis 50 Läufer, die wir in der letzten Stunde mühsam überholt haben, mal so eben wieder an uns vorbei schlurchen ist schon hart. Hätte ich nicht gedacht. Aber man lernt auf solchen Veranstaltungen halt doch immer wieder was neues über sich.  
Ich versuche mich zu entspannen. Funktioniert fast. Ich lauf stellenweise sehr zügig, um dann wieder auf Barbara zu warten. Sozusagen ein Intervalltraining. Flowige Supertrailabschnitte rennen.    Aufstiege walken. Sehr perfekt.  
Traumhafte Waldabschnitte, enge Wege durch Weinberge, Forstpisten mit groben Untergrund. So richtig zum Abschalten ist es hier nie.  
Auf einmal sind wir im Nebelwald. Tolle Stimmung. Extrem abwechslungsreich.
Ganze Abschnitte laufen wir auf einem Kamm direkt über dem Meer. Mittlerweile bin ich ziemlich tiefenentspannt. Dann Steinschutt. Ein steiler Abstieg und danach ein sehr steiler Abstieg mit Seilen und Bergwacht mitten im Wald. Wir erreichen das Meer und laufen direkt an der Wasserlinie über Blockwerk. Da kannst du eh nicht richtig laufen. Auf zum letzten Anstieg und dann kommt noch eine kleine Überraschung. Ein Steilstück runter, das wieder mit Seilen versehen ist, weil es so schlammig ist. Aber auch das meistern wir schlussendlich, um vergnügt im Ziel anzukommen.

 
Dropbag aufnehmen, umziehen und den Shuttle zurück nach Triest finden. Nicht ganz so einfach!



 
Abends dann nach einer Dusche und etwas Abliegen noch eine weiter Offenbarung. Nach Baccalao als Vorspeise noch Tagliatelle mit Baby Sepien in Tinte und Lorbeer geköchelt. Fantastico.

Am Morgen dann noch ein gemütliches Frühstück mit Capuccino und Brioche. Danach noch ins Eataly am Hafen. Dekadent mit einem Prosecco in der Lounge die ankommenden Fischer beobachten. Einfach herrlich.

 
Gerne wieder.


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